Logo-Design Teil I - komprimiertes Marketing

9 Minuten Lesezeit

Denkt man an eine beliebige große Firma oder Marke, wird einem eine Sache direkt in den Kopf kommen - das Logo. Grund genug sich diese komprimierteste Form des Außenauftritts mal genauer anzusehen. Und wie komme ich mit meinem kleinen Unternehmen oder als Selbstständiger an ein gutes Logo?

Praktisch jede noch so unbedeutende Klitsche hat ein Logo. Warum ist das so? Weil sich in einem Logo sehr viel dessen vereint, was eine eine Firma ausstrahlt (oder vielmehr ausstrahlen möchte). Professionalität, eine hohe Wiedererkennbarkeit der Marke und ein bestimmtes Gefühl, was die Firma mit dem eigenen Unternehmen verknüpft sehen möchte.

Gleichzeitig bildet das Logo den Ausgangspunkt für ein möglichst einheitliches und stringentes Erscheinungsbild, das sogenannte Corporate Design (CD). Das CD beinhaltet neben dem Logo natürlich noch andere zentrale Elemente wie die Schrift (Typographie) oder das Farbschema. Nur so lässt sich eine Wiedererkennbarkeit in Sekundenbruchteilen erreichen. Viele Marken werden sogar als solche erkannt, ohne überhaupt konkret genannt zu werden. Schreibt man beispielsweise in weißen Druckbuchstaben auf Blau, denkt jeder sogleich an Nivea. Die Schreibtschrift des Coca-Cola-Logos wirkt schon ohne das Rot, bei einem kräftigen Magenta schießt einem zumindest in Deutschland gleich die Telekom durch den Kopf. Das funktioniert selbst ohne Schriftzug oder das markante T.

Um zukünftig die Webseite, Flyer, Geschäftspapier oder Visitenkarten wirklich zu schmücken, sollte das Logo jedoch einige inhaltliche, optische und technische Kriterien erfüllen. Ansonsten leidet nicht nur die Wirkung, sondern man macht sich das Leben sehr viel schwerer, z.B. im Druck. Aus diesem Grunde gilt, wenn man keinerlei Ahnung von Design, aber etwas Geld über hat, sollte man jemanden Fragen, der sich mit so etwas auskennt. Gute Designer entwerfen nicht einfach ein Bild, wählen eine Schrift mit 2 Farben und das war es. Ihr Ziel ist ein stimmiges Gesamtkonzept. Angesichts dessen, dass Sie Ihr Logo (hoffentlich!) eine Weile begleiten wird, lohnt es sich ein paar Euro in die Hand zu nehmen.

Bei sehr knapper Kasse oder vielleicht auch einfach dem Willen, es einmal selbst zu versuchen, kann man sich natürlich auch selbst an ein Logo-Design setzen. Manche Menschen haben durchaus die nötige Kreativität, das Geschick und auch die Akribie, die es braucht, um ein schönes Logo zu erstellen. Ich persönlich finde das absolut unterstützungswert, denn man kann bei einem solchen Prozess nur dazulernen. Und selbst wenn man sich am Ende das Ergebnis ansieht und feststellt, dass man doch nicht als Grafiker geboren wurde, so hat man sich zumindest mit dem Thema Logo-Design auseinandergesetzt. Dadurch fällt es nicht nur leichter, die eigenen Vorstellungen auf den Punkt zu bringen, sondern auch das zu bewerten, was man vom Designer geliefert bekommt.

Unabhängig davon, ob man sich entscheidet mit einem Designer zusammenzuarbeiten oder es selbst zu versuchen, schadet etwas Grundwissen nicht. So zum Beispiel bei der Frage, welche Arten von Logos gibt es überhaupt?

Logoformen

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Formen von Logos, Schriften, reale oder abstrakte Symbole sowie die Kombination aus Schrift und Symbol. In manchen Branchen sind reine Schriftlogos gängig, in anderen sind Kombinationen üblicher. Ein pauschales "besser oder schlechter" gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Generell lässt sich sagen, dass reine Logos ohne Schriftzug eher die Ausnahme sind, da sie extrem viel Aufwand in der Markenbildung (Branding) voraussetzen, damit sie alleine funktionieren. Und wenn Apple in den meisten Fällen allein auf den angebissenen Apfel setzt, funktioniert das deswegen noch nicht für das Marketing in einem kleinen Unternehmen.

Schriftlogos

SchriftlogoViele Firmen setzen ausschließlich auf einen Logo-Schriftzug. Dabei kommt es neben der Schriftart auch auf den Schriftschnitt, also die Stärke, Laufweite und Lage der Schrift an. Dadurch sehen sogar Schriftlogos unterschiedlich aus, welche auf dieselbe Schriftart setzen. Als Schweizer Designer in den 50er Jahren die Schriftart "Helvetica" entwickelten, wurde es förmlich Mode, auf diese recht neutrale Schrift zu setzen. Noch heute findet man viele Beispiele der bekanntesten Logos weltweit in Helvetica, aber durch die eingesetzten Schnitte und Farben sind sie doch vollkommen eindeutig als Marke identifizierbar. Man findet Helvetica in den unterschiedlichsten Ausprägungen, von dünn bis dick, als Groß- und Kleinbuchstaben oder nur in Versalien, mit viel oder wenig Weißraum zwischen den Buchstaben, gerade oder kursiv, etc.

Um eine passende Schrift für sein Logo zu finden, lohnt es sich zum Beispiel bei Dafont zu schauen. Jedoch sollte man vor der Verwendung genau das Lizenzmodell prüfen. Nicht alle sind auch wirklich freie Schriftarten und damit für den kommerziellen Einsatz kostenlos. Die Designer und deren Shops sind in der Regel aber verlinkt. Schöne Schriften kaufen kann man auch bei Myfonts.

Reale Symbole

Logo Symbol SchuhReale Symbole dienen bei Logos vor allem dazu, die Tätigkeit, den Namen oder das Produkt als solches zu stilisieren. Das funktioniert gut bei Namen oder Produkten, welche auch etwas sehr konkretes beschreiben. Die "Schusterei Müller" nimmt also einen Schuh oder die Firma "Fuchs Werbedienstleistungen", oh Wunder, einen Fuchs. Das funktioniert natürlich auch, ohne dass das Produkt selbst genannt wird, also beispielsweise mit zwei Trauringen für einen Juwelier. Schwieriger wird es hingegen, wenn hinter der Firma kein konkretes Produkt steht. Für eine "Werbeagentur Müller" ein symbolisierendes Logo zu finden, welches auch jeder versteht, wird praktisch unmöglich.

Abstrakte Symbole

Ein konkretes oder reales Logo ist in mancher Hinsicht zwar nett, aber auch doppelt gemoppelt. Bei "Schusterei Müller" ist vollkommen klar, was die Firma macht, auch ohne Schuh im Logo. Und bei der gleichnamigen Werbeagentur ist mit einem realen Logo ohnehin nichts zu erreichen. Hier gilt es deshalb, sich mehr auf die generelle Aussage zu fokussieren, wofür die Firma stehen soll. Ein gutes Beispiel wäre das bereits oben erwähnte "Swoosh" von Nike. Klar hätten die auch einen Sportschuh als Logo verwenden können, das hätte aber reichlich seltsam ausgesehen. So symbolisiert das Logo die Bewegung und Dynamik, die hinter allen Produkten von Nike stehen soll. Ähnliches gilt für Firmen, die mit ihrer Produktpalette sehr breit aufgestellt sind oder die sich schlecht visuell darstellen lassen.

Kombinationen

Logo Symbol mit SchriftDie wohl mit am häufigsten verwendete Form von Logos sind Kombinationen aus Schrift und Symbol. Neben dem Effekt, dass diese Form sofort das Logo und den Namen in unserer Wahrnehmung zusammenbringt, ist es auch gut in unterschiedlichen Formaten zu verwenden. Das Logo selbst ist in der Regel von den Proportionen eher hoch wie breit und deshalb gut als Icon im Netz oder auf Produkten zu nutzen (z.B. der Mercedesstern, das T der Telekom, etc.). Der vollständige Name taucht dann in der Werbung oder in offiziellen Dokumenten wie Briefköpfen auf. Bei Kombinationen von Symbol und Text kann das Logo erst recht abstrakt sein, denn der Name "erklärt" es ja.

Wie der Design-Prozess im einzelnen aussieht, welche Kriterien das Logo erfüllen muss und die Entscheidung zwischen "machen lassen" und "selber machen" finden Sie in den kommenden Folgen dieser Serie. Auch die rechtlichen Aspekte werden natürlich berücksichtigt.


Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann lesen Sie auch die anderen Teile unsere Serie zum Logo-Design:

  1. Logo-Design Teil I - komprimiertes Marketing: Wie erhalte ich ein Logo, welches viel dessen vereint, was meine Firma ausstrahlen soll?
  2. Logo-Design Teil II - Was muss ich beachten? Welche Kriterien muss ein Logo erfüllen damit es mehr ist als einfach nur ein Schriftzug oder Bild?
  3. Logo-Design Teil III - Designer fragen oder selber machen? Benötigt man ein neues Logo stellt sich die Frage, machen lassen oder selbst versuchen?
  4. Logo-Design Teil IV - Was muss ich rechtlich beachten? Wie lauten die gesetzlichen Voraussetzungen, um sein Logo als Marke oder Geschmacksmuster schützen lassen?


Sie möchten mehr zum Thema lesen? Bisher sind in der Serie "Marketing für kleine Unternehmen" folgende Artikel erschienen. Als Ergänzung würde ich Ihnen außerdem gerne unsere Reihe zum Thema "Online-Marketing für KMU" ans Herz legen!

  1. Marketing für kleine Unternehmen - eine Einführung

  2. Wer bin ich und wenn ja, warum? Das 1x1 des Marketings

  3. Marketing-Definition

  4. Marketing-Mix

  5. Marketingziele definieren

  6. Unique Selling Proposition

  7. Zielgruppe definieren - so klappt es

  8. Die Storytelling-Methode im Marketing

  9. Dialogmarketing für KMU - Individuell und persönlich

  10. Wie finde ich den richtigen Namen für mein Unternehmen?

  11. Wie gestalte ich die Suche nach der passenden Domain?

  12. Warum eine einfache Homepage besser ist als keine

  13. Sieben einfache Grundlagen zur Erstellung Ihrer Webseite

  14. Logo-Design Teil I - komprimiertes Marketing

  15. Logo-Design Teil II - Was muss ich beachten?

  16. Logo Design Teil III - Designer fragen oder selber machen?

  17. Logo-Design Teil IV - Was muss ich rechtlich beachten?

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von Sven Sester (G+) über Marketing, KMU, Logo und Logo

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