Wie gestalte ich die Suche nach der passenden Domain?

10 Minuten Lesezeit

Die richtige Domain finden

Die richtige Domain für sein Unternehmen zu finden, ist heute wichtiger denn je, sie zu bekommen immer schwieriger. Wir sprechen über die richtige Strategie bei der Domain-Suche für Ihr Marketing.

Die richtige Domain für sein Unternehmen zu finden, ist heute wichtiger denn je. Warum? Nicht nur weil der Wettbewerb um die relevanten Suchbegriffe in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, sondern auch weil Nutzer heute vermehrt über die Suchmaschine gehen und nicht über die vollständige Eingabe in die Browserzeile (URL). Dadurch steigt die Anzahl der Online-Suchen kontinuierlich, verstärkt durch immer mehr internetfähige Mobilgeräte und günstigere Datentarife. Ob Sie bereits mit Ihrem Unternehmen im Web vertreten sind oder gerade erst gegründet haben, es lohnt sich in jedem Fall einen Blick auf die eigene Webpräsenz zu werfen. Insbesondere für kleine Unternehmen ist die Wahl der Domain(s) zentral für das Online-Marketing.

Keyword Domain oder Eigenname?

Als Keyword-Domains bezeichnet man Domains, welche die Bezeichnung des Produktes bereits in der Adresse führen (bspw. www.auto.de). Der Standardfall wird sein, dass Sie in jedem Fall versuchen werden Ihren Firmennamen als Domain zu sichern, evtl. kombiniert mit dem Produkt oder Geschäftsmodell. Die Adresse www.mueller.de ist nicht nur seit Jahren vergeben, www.schusterei-mueller.de ist unter Umständen sogar eingängiger.

Etwas anders liegt der Fall bei Phantasienamen wie Zalando, Google oder Twitter. Wenn Ihr Unternehmen einen solchen Phantasienamen trägt, wird es einfacher sein, die passende Webadresse zu registrieren. Ohne einen entsprechenden Marketingaufwand wissen aber weder die Besucher noch die Suchmaschinen, wo sie die Seite inhaltlich einordnen sollen.

Die Art der zu nutzenden (Haupt-)domain hängt deshalb stark von Ihrem Geschäftsmodell, dem Zielmarkt und dem Aufwand ab, den Sie betreiben werden um die Seite aufzubauen.

Welche Domain soll ich registrieren?

Dient Ihre Website im wesentlichen als reine Repräsentanz, ist es aus Ranking-Gründen längst nicht mehr nötig, ein Keyword in der Domain zu haben. Beispielsweise eine Pizzaria tut gut daran nicht auf "Pizza-Berlin.de" zu setzen, sondern auf den Namen des Restaurants. Zumal kaum eine Pizzaria den Aufwand betreiben würde, der nötig wäre um ganz allgemein für die Stichwörter "Pizza" und "Berlin" hoch bei Google und Co. zu ranken. Dafür bedarf es für solch generische und wettbewerbsintensive Begriffe einer sehr hochwertigen Website, vieler Inhalte, vieler Verlinkungen, etc. Das schaffen leider fast nur noch die Bewertungsplattformen oder Online-Verzeichnisse, aber keine einzelnen Seiten.

Auch große Marken mit entsprechendem Marketingbudget setzen aus gutem Grund auf den Eigennamen. Nicht nur wirken reine Firmendomains seriöser, sie stärken auch die Wirkung der Marke.

Anders sieht es aus, wenn Sie Ihren Vertrieb stark auf Ihre Website ausgerichtet haben (z.B. als Online-Shop) und sich eventuell in einer Nische positionieren wollen. Keyword Domains haben nach wie vor eine starke Bedeutung für die Positionierung in den Suchmaschinen, wenn auch lange nicht mehr so wie vor einigen Jahren. Für einen Shop kann eine Domain wie www.trekkingschuhe-berlin.de absolut sinnvoll sein. Nicht nur weil es sich um eine Nische mit einem klaren Produkt handelt, sondern auch weil sehr viele Suchanfragen lokaler Natur sind. Produkte wie eben Wanderschuhe (die man vermutlich anprobieren möchte) oder ein Sportcenter (kein Mensch fährt 200km zum Training) werden lokal vertrieben und gesucht. Zudem ist der Wettbewerb um diese Domains natürlich geringer und damit steigt die Chance, eine Domain frei registrieren oder günstig erwerben zu können.

Sollten Sie eher auf eine reine Keyword Domain setzen, sollten Sie zusätzlich Ihren Firmennamen zumindest als .de und .com registrieren und im Zweifelsfall einfach eine Umleitung auf Ihre Hauptdomain einrichten. Das ist vielfach besser, als zu riskieren, dass sie von jemand anderem registriert wird. Selbst wenn Sie rechtlich einen Anspruch haben sollten, die juristische Auseinandersetzung ist mühsam und meistens den Aufwand nicht wert.

Welches Keyword wird von Kunden gesucht?

Um zu ermitteln welche Keywords wie oft gesucht werden und wie hoch der Wettbewerb in diesem Themenfeld ist, bietet Google das praktische Tool "Keyword Planer". Dieses gibt dem Nutzer nicht nur die Anzahl der monatlichen Suchanfragen für ein Keyword in einer Region, sondern liefert auch Alternativvorschläge. So stellt man schnell fest, dass es vermutlich sinnvoller wäre www.wanderschuhe-berlin.de zu registrieren und auch die Seite auf diese Keywords auszurichten. Zum einen weil "Wanderschuhe" häufiger gesucht wird. zum anderen, weil der Wettbewerb niedriger ist und damit die Chancen besser stehen im oberen Bereich bei Google zu erscheinen. Im Online-Marketing oder -Vertrieb kann die Wahl der richtigen Begriffe von immenser Bedeutung sein, sowohl für das Suchmaschinen-Ranking, als auch für mögliche Anzeigenpreise bei Kampagnen.


Keyword Recherche mit dem Google Keyword Planer

Formale Kriterien für Domains

Grundsätzlich sollte eine Domain lieber kürzer als länger sein und vor allem leicht verständlich und leicht zu merken (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das bedeutet wenn Ihnen jemand den Namen der Domain am Telefon nennt, sollten Sie in der Lage sein diese fehlerfrei aufschreiben zu können, im Idealfall sogar noch am nächsten Morgen. Nur so können Sie sicher gehen, dass auch mündliche Empfehlungen gut funktionieren oder dass Werbemaßnahmen wirken, bei denen die potentiellen Kunden nur eine Aufmerksamkeitsspanne von Millisekunden haben.

Sogenannte IDN-Domains mit Umlauten und Sonderzeichen werden zwar heute dargestellt und lassen sich auch registrieren, bevorzugen sollte man jedoch die Schreibweise mit oe anstatt mit ö. Im Einzelfall lohnt es sich evtl. auch beide Varianten zu registrieren. Bindestriche sind im deutschen Markt üblich, international weniger. Wer grenzüberschreitend verkauft sollte eher auf die zusammengeschriebene Variante gehen.

Heutzutage ist der Markt für "Typo-Domains" zwar nicht mehr so groß wie noch vor einigen Jahren, trotzdem gibt es auch heute noch Domainer, die mit Werbeanzeigen auf Vertipper-Domains ("yutube.com") gutes Geld verdienen. Denen muss man es ja nicht leichter machen als nötig. Deshalb gilt auch hier, je einfacher die Domain, desto besser.

Welche TLD oder Domain-Endung soll ich nehmen?

Unter Top Level Domains (TLD) versteht man die Endung der Domain nach dem Punkt, etwa nach dem Prinzip www.domain-name.tld. Die wichtigsten Endungen sind sicherlich com, net, org, und in den meisten Märkten die Landes-TLD (z.B. .de, .at oder .ch). Danach kommt lange nichts. Wenn bei sich bei Registrierung als die Wunschdomain(s) mit den Endungen .com und .de sichert, ist man in der Regel schon ganz gut beraten. Ob man sich darüber hinaus für eine der neuen TLDs wie .shop oder .koeln entscheiden sollte, ist wie bei den Keyword-Domains abhängig vom Geschäftsmodell. Erste Tests ergaben jedenfalls, dass lokale TLDs für lokale Suchanfragen besser abschnitten, als eine vergleichbare .de oder .com. Einfacher zu merken und kürzer zu schreiben sind aber sicherlich die altbekannten Endungen. Zudem ist die Preisstruktur bei den neuen Endungen sehr unterschiedlich.

Was, wenn meine Domain bereits vergeben ist?

Ob eine Domain bereits vergeben ist, zeigt ein einfacher Domain Check bei einem Registrar oder in einem "Whois-Lookup" wie whois.com. Etwa 50% aller registrierten Domains stehen leer (oder werden "geparkt", sprich nur mit Werbelinks bespielt). Viele wurden bereits mit dem Ziel registriert, irgendwann im Wert zu steigen und verkauft zu werden, andere werden einfach nur nicht mehr genutzt. In jedem Fall lohnt es sich zu schauen, ob man den Domain-Inhaber ermitteln und ihn eventuell zur Abgabe oder zum Verkauf der Domain überzeugen kann. Steht dieser nicht im Impressum, wird im angesprochenen Whois-Verzeichnis in der Regel eine Kontaktadresse genannt.

Was kostet es eine Domain zu kaufen?

Insbesondere bei "professionellen Domainern" kann man mit einem gewissen Verhandlungsspielraum rechnen. Am besten schaut man jedoch vorher mal bei den einschlägigen Verkaufsplattformen, um sich eine ungefähre Vorstellung über die Preise zu machen, bzw. noch besser man fragt jemanden, der sich damit auskennt. Für einen Laien ist es nicht immer gleich verständlich warum eine kfz-versicherungen.de teurer sein soll als etwa eine brot.org, letzere ist doch schließlich viel kürzer und verzichtet sogar auf den Bindestrich. Die Preisspanne beträgt bei Domains von zwei bis zu siebenstelligen Beträgen, die Recherche zahlt sich also aus.

Alternativ ist es aber oft sinnvoller zu schauen, ob man nicht auf eine andere Domain ausweichen kann. Sei es durch eine andere Endung, ein anderes Keyword oder eine andere Schreibweise (z.B. mit Umlaut). Haben Sie Ihre Wunschdomain(s) einmal gefunden, geht es an die Registrierung, das Hosting und den Aufbau der Webseite. Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel Sieben einfache Grundlagen zur Erstellung Ihrer Webseite. Sind Sie hingegen noch zögerlich, ob Sie jetzt schon mit dem Bau der eigenen Webseite starten oder nicht doch lieber noch warten sollten, sei Ihnen dieser Artikel ans Herz gelegt: Warum eine einfache Homepage besser ist als keine.


Sie möchten mehr zum Thema lesen? Bisher sind in der Serie "Marketing für kleine Unternehmen" folgende Artikel erschienen. Als Ergänzung würde ich Ihnen außerdem gerne unsere Reihe zum Thema "Online-Marketing für KMU" ans Herz legen!

  1. Marketing für kleine Unternehmen - eine Einführung

  2. Wer bin ich und wenn ja, warum? Das 1x1 des Marketings

  3. Marketing-Definition

  4. Marketing-Mix

  5. Marketingziele definieren

  6. Unique Selling Proposition

  7. Zielgruppe definieren - so klappt es

  8. Die Storytelling-Methode im Marketing

  9. Dialogmarketing für KMU - Individuell und persönlich

  10. Wie finde ich den richtigen Namen für mein Unternehmen?

  11. Wie gestalte ich die Suche nach der passenden Domain?

  12. Warum eine einfache Homepage besser ist als keine

  13. Sieben einfache Grundlagen zur Erstellung Ihrer Webseite

  14. Logo-Design Teil I - komprimiertes Marketing

  15. Logo-Design Teil II - Was muss ich beachten?

  16. Logo Design Teil III - Designer fragen oder selber machen?

  17. Logo-Design Teil IV - Was muss ich rechtlich beachten?

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von Sven Sester (G+) über Marketing und Startup

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