Schauspieler und Trainer Lutz Herkenrath über Emotionen, die bewegen!

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Schauspieler und Trainer Lutz Herkenrath über Emotionen, die bewegen!

Selbst wem der Name Lutz Herkenrath auf Anhieb nichts sagt, erkennt mit einem Blick den Filialleiter Achim Schuhmann aus der RTL-Serie "Ritas Welt". Zu unverwechselbar sind seine Mimik und sein Auftritt. Die Serie wird jedoch seit 2004 nur noch wiederholt. Was also macht Lutz Herkenrath heute? Er hält Seminare und Vorträge - und die hinterlassen Spuren.

Es stellt sich die Frage, warum um alles in der Welt verlässt ein so erfolgreicher Schauspieler nach über 200 Fernseh- und Kinoproduktionen den Platz vor der Kamera und widmet sich der Weiterbildung? "Ritas Welt" hatte seiner Zeit immerhin 38% Marktanteil und war damit nach "Wetten das" und "DSDS" die erfolgreichste Sendung im deutschen Fernsehen. Nach Aussage Herkenraths war es schlichtweg ein glücklicher Zufall: "Mein guter Freund Professor Jens Weidner gab seit längerem Managementseminare und hatte ein Luxusproblem - er hatte eine zu hohe Nachfrage. Er fragte, ob ich nicht unterstützen könne." Der Schauspieler als Trainer? Lutz Herkenrath war zu Beginn alles andere als überzeugt: „Ich dachte, ich kann das nicht und ich will das nicht. Schlechtgelaunte Anzugträger bespaßen? Die hab ich doch schon ständig neben mir im Flieger, die brauch ich so dringend wie Kopfschmerzen."

Glücklicherweise war Herkenraths Freund hartnäckig und konnte ihn überreden, wenigstens ein Mal mitzukommen und es sich anzuschauen. Und siehe da, die Anzugträger, die er bis dato nur mit ihrem typischen "sprich mich nicht an“ Gesichtsausdruck kannte, waren plötzlich wie verzaubert. Die wollten sich beteiligen, denn sie hatten ein Anliegen, ein Interesse - und Herkenrath eine Berufung. Hier konnte er Dinge verbinden, die ihm immer wichtig waren: Menschen emotional berühren, darstellen und vermitteln. "Das war einfach nur Glück, denn ich stellte fest, ich hatte die letzten 30 Jahre für diese Profession gelernt, ohne es zu merken." Und fügt hinzu: „Der Job macht mir einfach wahnsinnig Spaß." Und so sehr dieser Satz nach Floskel klingen mag, man ist geneigt, ihm zu glauben. Dieser Mann macht wirklich einen zufriedenen Eindruck.

Wenn der Vorhang aufgeht, erwartet man 100 Prozent Präsenz

Das spüren anscheinend auch seine Teilnehmer und Zuschauer, denn mittlerweile ist Herkenrath viel gefragt und nach eigener Aussage mit der Zahl seiner Seminare am Limit. Die immer häufigeren Vorträge fordern ebenfalls ihren zeitlichen Tribut. Über 100 Reisetage pro Jahr sind es inzwischen, hinzu kommen organisatorische Aufgaben und natürlich die Vorbereitung seiner Auftritte. "Jede Bühne, jedes Publikum ist anders. Das verlangt auch wechselnde Vorbereitung. Wenn der Vorhang aufgeht, erwartet man von mir 100 Prozent Präsenz. Das bedarf je nach eigener Verfassung mal mehr und mal weniger Auseinandersetzung mit dem Stoff, dem Ort und auch der eigenen Person." Dafür ist am Ende des Tages jeder Vortrag einzigartig und voller Spontanität. Einmal hatte sich Herkenrath zur Unterstützung eine Soulsängerin auf die Bühne geholt, die im Halb-Playback zur Musik eines CD-Spielers ein Lied zum Besten geben sollte. Leider streikte eben dieser. "Ich war vollkommen ruhig und sagte nur: Gut, dann warten wir jetzt." Volle 90 Sekunden sollte der Neustart dauern, auf der Bühne eine kleine Ewigkeit. Herkenrath ergänzt mit fast diebischer Freude: "Der ganze Saal war mucksmäuschenstill, ich liebe solche Momente!"

Es sind jene Momente, die Menschen berühren und zum Lachen oder Weinen bringen, die Lutz Herkenrath immer wieder motivieren, sich auf die Bühne zu stellen. Reine Wissensvermittlung adressiert den Verstand, aber Herkenrath richtet sich an die Emotionen. Denn nur die wirken nachhaltig. Thematisch sind es vor allem zwei Anliegen, welche die Menschen zu seinen Seminaren und Auftritten zieht: Aggression positiv einzusetzen und die eigene Ausstrahlung zu erhöhen. Das geht laut Herkenrath nur über Authentizität. Anschaulich macht er diese durch persönliche Geschichten: "Man würde meinen, allgemein gehaltene Geschichten wären hilfreich, weil einfach übertragbar. Ich merke immer wieder das Gegenteil. Gerade sehr persönliche Geschichten erreichen die Zuschauer und werden dadurch universell nutzbar." Eine energetische Verbindung aufzubauen, zu spüren, was brauchen die Menschen im Publikum - das ist es, was für Herkenrath den guten Kommunikator ausmacht und sein hehres Ziel bildet. Sicherlich eine nicht zu unterschätzende Aufgabe.

Das Interesse am Schauspieler hält zehn Minuten, danach muss ich liefern

Gleichzeitig stellt sich Herkenrath die Frage, was brauche ICH eigentlich, um diesen Job gut machen zu können? Sowohl inhaltlich wie organisatorisch? Auf der Bühne bedeutet das, sich zum Beispiel Feedback durch Kollegen einzuholen, die seine Auftritte sehen. Oder auch audiovisuelle Medien auszuprobieren, denen er früher sehr skeptisch gegenüberstand. Vieles stellt sich zudem mit Zeit und der Erfahrung ein. Die Geschichten werden reichhaltiger und gleichzeitig ausgewählter. Auch das Zeitgefühl beim Auftritt wird besser. Neu war für den gebürtigen Hannoveraner hingegen der Vertrieb seiner selbst, der "Markenaufbau" der eigenen Person: "Früher hatte ich einen Agenten, ein Produktionsbüro, zum Dreh brachte mich ein Fahrer, das fällt hier natürlich alles weg."

Inzwischen hat sich Herkenrath jedoch kräftig professionalisiert und die richtigen Unterstützer gesucht. Denn wer ständig auf Achse ist, braucht ein gutes Team im Hintergrund. Durch seine Sekretärin Joana Schulz ist er überhaupt auch erst auf CentralStationCRM gekommen, denn die machte das CRM-System quasi zur Bedingung der gemeinsamen Zusammenarbeit (Danke dafür!). Zusätzlich will die Webseite gepflegt, der Newsletter erstellt oder auch ein Image-Film gedreht werden. So etwas ist als One-Man-Show nicht zu schaffen: "Anfangs dachte ich noch, ich müsse mich auch auf allerlei Veranstaltungen zeigen, alleine um präsent zu sein. Das habe ich mir komplett abgewöhnt. Eher setze ich auf persönliche Treffen und sei es nur, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken. Da haben beide Seiten mehr von." Auf die Frage, ob ihm seine Vergangenheit und die festgelegte Rolle in den Köpfen der Menschen vielleicht manchmal beim Vertrieb im Wege stehe, antwortet er nur: "Ganz im Gegenteil, sie ist ein Türöffner. Die Menschen wollen wissen, was ist das für einer, wenn er nicht den Fiesling Achim Schuhmann spielt. Aber das hält nur so zehn Minuten, dann muss ich liefern." Uns reichen bereits fünf Minuten auf seinem Youtube-Kanal um sicher zu sein, der Mann liefert. Wer Lutz Herkenrath einmal live sehen will, findet hier die Termine seiner Auftritte, jedoch nicht mehr im Januar. Den verbringt er lieber wo der Pfeffer wächst - in Kambodscha.

Herr Herkenrath, vielen Dank für das Gespräch!



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von Sven Sester (G+) über Praxisbeispiel, Coaching und Training

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